"Sozialhummel" e.V.

Für ein außergewöhnliches Integrationsprojekt erhält "Sozialhummel" e.V. finanzielle Unterstützung aus der Solidaritätsfonds-Stiftung der Volksbank Köln Bonn e.G.

Köln-Porz (Finkenberg), 15.08.2018

Ab August 2018 stellt der Verein "Sozialhummel" Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung und Assistenzbedarf übergangsweise für sechs bis max. 12 Monate eine barrierefreie Wohnung zur Verfügung. Sozialhummel hat dabei Personen im Blick, die mit stark fortschreitenden Erkrankungen wie Multiple Sklerose leben. Sie haben die Möglichkeit auszuprobieren, ob das selbstständige Wohnen mit 24 Stunden-Assistenz die richtige Wohn- und Lebensform für sie ist.

Zudem gestaltet sich die Wohnungsmarktsituation für Menschen mit Behinderung  extrem schwierig. Die von Sozialhummel e.V. begleiteten Menschen verfügen in der Regel über wenig bis kein Einkommen, so dass der Verein bis zur Bewilligung der Miet- und Assistenzkosten in die Vorfinanzierung geht und aktiv dabei unterstützt, die hohen bürokratischen Hürden zeitnah zu überwinden.

Als Sprungbrett in das selbstbestimmte Leben hat Sozialhummel eine barrierefrei zugängliche 80qm-Wohnung in der Stresemannstraße in Köln-Finkenberg gemietet, in der neben dem Sanitärbereich nur noch die Türen barrierefrei umgebaut werden mussten.

Der Solidaritätsfonds der Volksbank Köln Bonn hat die Umbaumaßnahmen mit 2.000 Euro gefördert.

Volksbank-Regionaldirektor Stefan Dohmen überzeugte sich vor Ort über die Verwendung der Spende und erklärte: „Mit dem Wohnprojekt setzt Sozialhummel genau das um, was die Intention des Solidaritätsfonds ist, nämlich die Hilfe zur Selbsthilfe!“

Uwe Stegemann vom Sozialhummel-Vorstand berichtete, dass junge Menschen mit Mehrfachbehinderungen oft nicht den Mut aufbringen, den Schritt in ein selbstständiges Leben zu wagen. „Oftmals fehlen ihnen auch die finanziellen Ressourcen und das Wissen, wie in unserer vielfältigen Versorgungslandschaft mit unterschiedlichen Kostenträgern Hilfen beantragt werden,“ so Stegemann weiter. Er hofft, dass das Projekt aufgrund seines Modell- und Vorbildcharakters Vorreiter für weitere dieser Art ist und somit Inklusion und Teilhabe weiter vorangetrieben werden.

Die Vertreterversammlung der Volksbank hatte 2013 beschlossen, einen eigenen Solidaritätsfonds einzurichten. Die Mittel des Fonds sollen zur Unterstützung von gemeinnützigen, sozialen und kulturellen Initiativen und insbesondere für unverschuldet in Not geratene Mitglieder der Genossenschaft verwendet werden.

Dazu erklärte Volksbank-Regionaldirektor Stefan Dohmen, der zugleich auch Mitglied im Kuratorium des Solidaritätsfonds ist: „Der Fonds ist eine zutiefst genossenschaftliche Einrichtung. Unsere Gründer Hermann Schultze Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen haben uns die genossenschaftlichen Grundsätze der Solidarität, der Selbsthilfe und Selbstverantwortung ins Stammbuch geschrieben. Wenn jetzt unsere Mitglieder auf einen kleinen Teil ihrer Dividende verzichten, um einen Hilfsfonds zu finanzieren, dann tun sie genau das, was Genossenschaft ausmacht, nämlich nachhaltig solidarisch denken und handeln.“

Durch den Verzicht der Mitglieder auf 0,1% ihrer Dividende wurden dem Fonds in diesem Jahr Mittel in Höhe von rund 130.000 Euro zur Verfügung gestellt, die jetzt an unverschuldet in Not geratene Mitglieder ausgeschüttet werden.

Sozialhummel e.V. wurde 2012 gegründet und ist in Bonn beheimatet. Der Verein unterstützt Menschen mit Behinderung, die Hilfe zur Selbsthilfe benötigen durch  Sozialberatung und Assistenzdienst. Spezialisiert hat sich Sozialhummel auf eine Rund-um-die-Uhr-Assistenz und -Pflege, bei der immer die Selbstbestimmung im Mittelpunkt steht. Die kostenlosen Beratungen bestehen darin, Bedürftige bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche gegenüber Kostenträgern zu begleiten. Dazu organisiert Sozialhummel e.V. auch Schulungen, damit Menschen mit Behinderung in die Lage versetzt werden, selbstständig ihre Rechte durchsetzen.